Artikel

Narrative Selbstkonstruktionen. Zur Funktion des Erzählens in mediatisierten Lebenswelten, in: Merz, Zeitschrift für Medienpädagogik, H. 4, 64. Jg., S. 8 – 15

Der Artikel widmet sich den narrativen Selbstkonstruktionen in mediatisierten Lebenswelten. Unter Bezug auf die Theorie der Intersubjektivität und dem von Michel Foucault formulierten Ansatz der „Technologien des Selbst“ (1993) wird zunächst allgemein nach dem Warum des Erzählens gefragt, um anschließend die subjektbildenden Momente des Erzählens im Netz zu diskutieren. Digitale Medien erweisen sich als Orte und Instrumente für die Herstellung, Präsentation und Distribution von Narrationen. Sie bieten als solche neue Optionen für die digitalen Erzähler_innen, ja, sie regen neue Erzählformen an. Angesichts des aktuellen gesellschaftlich-kulturellen Wandels wird sich ihre Bedeutung als Erzählbühnen in Zukunft auch daran messen, ob sie die Netzgeneration unterstützen können, den mit dem Wandel einhergehenden Ungereimtheiten und Widersprüchen nicht nur standzuhalten, sondern sie narrativ zu bearbeiten.

Artikel „Transnational leben“

Schachtner, Christina (2020): Transnational leben.(Digitale) Medien als Instrumente, Räume, Produkte bewegter Zugehörigkeiten und Selbstkonzepte, in: Peterlini, Karl/Jasmin Donlic(Hg.), Jahrbuch Migration und Gesellschaft 2019/20, Schwerpunkt ‚Digitale Medien, Bielefeld: transcript,

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4480-7

Transnationale Lebensformen nehmen unter den Bedingungen grenzüberschreitender Beziehungen und globaler Verflechtungszusammenhänge zu. Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie Migrant_innen durch ihre alltäglichen, medial gestützten Praktiken transnationale soziokulturelle Räume schaffen, wie sie ihre transnationalen Erfahrungen in mediale Produkte transformieren und welche Selbstkonzepte ihren bewegten Zugehörigkeiten korrespondieren. Er basiert auf der laufenden Studie „Transnationale Lebensformen. Grenzüberschreitende Lebensstile und Selbstkonzepte im Zeichen medialer Orientierungen und Praktiken“.

 

 

Vortrag

Gegen das Schweigen der Welt. Zur Faszination digitaler Resonanzräume

am 19.2.2020, 10 – 11.30 Uhr im Hotel Franz Essen

im Rahmen des Klausurtags des Pastoraldezernats im Bistum Essen

Ich beginne mit der Frage, was die Generation der gegenwärtig Heranwachsenden bewegt, welche Themen ihnen wichtig sind, wie sie aus ihrer Sicht mit ihren Themen ankommen, kurz, auf welche gesellschaftliche Resonanz sie stoßen. Ausgehend von diesen Ergebnissen diskutiere ich die Rolle digitaler Medien für die junge Generation. Ich gehe auf ihre digitalen Praktiken und ihre Versuche der Selbstinszenierung ein und überlege, was sie im Hinblick auf die Lebenssituation und das Lebensgefühl dieser Generation bedeuten. Von hier aus schlage ich den Bogen zu Religion und Kirche und frage nach deren Möglichkeiten, sich gegenüber der jungen Generation in einer digitalisierten Welt zu positionieren. Mein Anliegen ist es, das digitale Handeln der jungen Generation und auch die Möglichkeiten von Kirche und Religion in einen gesellschaftlich-kulturellen Zusammenhang zu stellen.

 

Vortrag

Narrative Zeitsignaturen. Erzählen im Zeitalter des Internets

25.1.2020, 9 Uhr im Rahmen der Tagung „Das Erzählen der Welt“, 24- 26.1.2020 an der Evangelischen Akademie Tutzing

In diesem Vortrag wird das Was, Wie und Warum des Erzählens im Kontext der Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaften und unter dem Einfluss der neuen digitalen Erzählbühnen thematisiert. Vor diesem Hintergrund wird auch die Frage aufgegriffen, wie Narrationen „gestrickt“ sein müssten, die gegen die narrativen Verschwörungs- und Hetzszenarien im Netz und außerhalb wirksam werden können.

Die vorgetragenen Überlegungen basieren auf empirischen, international angelegten Studien, deren Ergebnisse kultur- und medienwissenschaftlich reflektiert werden.

 

 

Neuer Artikel

Schachtner, Ch. (2019): Die Anderen – Intersubjektivität im Netz psychoanalytisch betrachtet, in: Frick, Eckhard/ Andreas Hamburger/Sabine Maasen (Hg.), Psychoanalyse in technischer Gesellschaft, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 177 – 190

Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die digital gestützten Kommunikationspraktiken und die ihnen zugrunde liegenden und sie begleitenden Motive, Intentionen und Emotionen junger Netzakteure und -akteurinnen. Der Text widmet sich der Frage, inwieweit sich die Sinnbedeutung solcher Praktiken durch ein psychoanalytisches Vokabular erschließt, anders gesagt: Ich frage nach dem Erkenntniswert psychoanalytischer Kategorien für die Untersuchung digital gestützten Kommunizierens und Erlebens.

 

Vortrag

 

Transnationale Räume und skopische Medien. Sozialität im Wandel

Konferenz „Great Transformation“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena vom 23.-27.9.2019. www.great-transformation.uni-jena.de.

Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie am 25.7.2019, 15 – 17.30, Raum SR 317

Der Terminus „transnationale Räume“ knüpft an dem von Ludger Pries (1998) formulierten Konzept der „Transnationalen Sozialen Räume“ an. Es werden darunter neue grenzüberschreitende Verflechtungszusammenhänge verstanden, die eine Referenzstruktur für Lebenspraxis und Selbstkonzepte darstellen. Transnationale Räume weisen ökonomische, ökologische, politische, soziokulturelle Dimensionen auf. Dieser Vortrag fokussiert primär die soziokulturellen Dimensionen im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Rolle Medien für die Organisation und Gestaltung transnationaler soziokultureller Räume spielen. Migrant_innen sind Produzent_innen transnationaler Räume; sie bedienen sich skopischer Medien, die sich als Instrumente, Orte und Produkte bewegter Zugehörigkeiten erweisen. Skopische Medien sind in der Lage, geografisch entfernte Situationen zu koppeln, zusammenzufassen, zu augmentieren und dadurch Beobachtungs- und Informationsräume als neue Realitäten zu eröffnen (Knorr Cetina/Reichmann/Woermann 2017). Skopische Medien bilden Situationen nicht nur ab; sie greifen ein. Sie visualisieren Nicht-Sichtbares, sie lösen die Beobachtung Anderer aus dem physischen Zusammenhang, sie verändern das Verständnis von Präsenz, sie begründen einen neuen Typus von Interaktion und fördern damit den Wandel von Sozialität

Literatur

Hepp, Andreas/Cigdem Bozdag/Laura Sana (2011): Mediale Migranten. Mediatisierung und die kommunikative Vernetzung der Diaspora, Wiesbaden: VS Verlag.

Knorr Cetina, Karin/Werner Reichmann/Niklas Woermann (2017): Dimensionen und Dynamiken synthetischer Gesellschaften, in: Krotz, Friedrich/Cathrin Despotović/Merle-Marie- Kruse (Hg.), Mediatisierung als Metaprozess, Wiesbaden: Springer, S. 35 – 57.

Pries, Ludger (1998): Transnationale Soziale Räume. Theoretisch-empirische Skizze am Beispiel der Arbeitswanderungen Mexiko-USA, in: Beck, Ulrich (Hg.), Perspektiven der Weltgesellschaft, Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 55 – 86.

 

Neue Artikel

Politische Öffentlichkeiten und Partizipation im digitalen Zeitalter: Der Arabische Frühling, in: Bedford-Strohm, J./F. Höhne/J. Zeyer-Quattlender (Hg.), Digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit, Baden-Baden: Nomos, S. 135 – 150.

Das erzählte Selbst: Narrative Subjektkonstruktionen im Zeichen medialen und gesellschaftlich-kulturellen Wandels, in: Gentzel, P./F. Krotz/J. Wimmer/R. Winter (Hg.): Das vergessene Subjekt, Subjektkonstitutionen in mediatisierten Alltagwelten, Wiesbaden: Springer VS, S, 159 – 184 ,

https://www.springerprofessional.de/en/das-erzaehlte-selbst-narrative-subjektkonstruktionen-im-zeichen-/16577546.

 

Vortrag

Selbstinszenierung in virtuellen Räumen. Das Ringen um Anerkennung

im Rahmen der Ringvorlesung „Digitalisierung und Bildung“

am 11.12.2018, 10 – 12 Uhr, Ruhr-Universität Bochum, Hörsaal HGA 20

Für Fragen des Selbst und der Selbstkonstitution gibt es derzeit in der Wissenschaft, in den Medien und in der Kunst eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Woraus resultiert dieses Interesse? Wie hängen Selbstkonstitution und Selbstinszenierung miteinander zusammen? Warum wird über dieses Thema unter Bezug auf digitale Mediennutzung so intensiv diskutiert? Welche Tücken stecken in digitalen Formen der Selbstinszenierung? Wie könnte sich die Pädagogik positionieren?