Vortrag

Narrative Time Stamps

Storytelling in the Age of the Internet

Do, den 25.3.2021, 12 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) an der Sichuan Universität/China

What stories do people tell who make use of digital media as instruments of and stages for their storytelling? This question lies at the heart of my lecture, which is based on an empirical study involvling adolescents and young adults from various parts of the world. The reasearch methods which were used were interviews and visualizations. The empirical data were interpreted from the perspective of cultural studies and media studies. Six different types of narratives could be identified ,namely stories about self-staging, inter-connectedness, selling, managing boundaries and transformation as well as setting out and breaking away.

Narratives do not arise by chance. They are moulded by space and time, as Paul Ricœur (1989) taught us. The narratives of the network actors are attempts to respond to the sociocultural and biographical challenges. These attempts can be found in the narrative themes, in the practices of story telling and in the motivations behind telling stories. Therefore in this lecture I will look at the ‚what‘, ‚how‘ and ‚why‘ of storytelling in the context of new digital narrative stages and under the influence of sociocultural upheavals. 

Design Du Zeqi

Eben erschienen

Schachtner, Christina: Digitale Medien, Kirche und Religion, Tradierte und neue Resonanzen aus der Perspektive der jungen Generation, in: Theo-Web, Zeitschrift für Religionspädagogik, Academic Journal of Religious Education, 19.Jg, H.2, https://www.theo-web.de/

Dieser Beitrag thematisiert die digitalen Medien als neue und Kirche und Religion als tradierte Resonanzsysteme. Die Aktualität von Resonanz für die nachwachsende Generation ergibt sich aus der 18. Shell Jugendstudie 2019, die zum einen die Sorge um die soziale und ökologische Zukunft als zentrales Anliegen der 12- 25-Jährigen dokumentiert und zum andern den von Jugendlichen erfahrenen Mangel an gesellschaftlicher Resonanz. Von digitalen Kommunikationsmedien geht ein solches Versprechen aus, auch deshalb erfreuen sie sich so großer Beliebtheit. Die Jugendlichen sprechen in der Studie aber auch gesellschaftliche Offline-Institutionen wie Kirche und Religion als gewünschte Resonanzinstanzen an. Sie wollen, dass ihre Themen dort gehört werden, dass sich die Kirche als moralische Autorität positioniert. Der Beitrag versucht zu zeigen, warum gerade Kirche und Religion aufgrund ihrer Sinnstruktur als Resonanzsysteme gefordert sind.

Neues Buch

Schachtner, Christina (2020): The Narrative Subject. Storytelling in the Age of the Internet, Cham: Palgrave Macmillan, open access, : https://www.palgrave.com/gp/book/9783030511883

Summary:

This open access book considers the stories of adolescents and young adults from different regions of the world who use digital media as instruments and stages for storytelling, or who make themselves the subject of storytelling. These narratives discuss interconnectedness, self-staging, and managing boundaries. From the perspective of media and cultural research, they can be read as responses to the challenges of contemporary society. Providing empirical evidence and thought-provoking explanations, this book will be useful to students and scholars who wish to uncover how ongoing processes of cultural transformation are reflected in the thoughts and feelings of the internet generation.

Interview on the occasion of the book: https://www.aau.at/en/blog/mit-dem-internet-haben-wir-neue-erzaehlbuehnen/.

Rezension: https://www.merz-zeitschrift.de/meldungen/details/erzaehlen-im-internetzeitalter-buchrezension-zu-the-narrative-subject/?tx_powermail_pi1%5Baction%5D=create&tx_powermail_pi1%5Bcontroller%5D=Form&cHash=dec0a17be166f0591a28fb27b00fb622

Artikel

Narrative Selbstkonstruktionen. Zur Funktion des Erzählens in mediatisierten Lebenswelten, in: Merz, Zeitschrift für Medienpädagogik, H. 4, 64. Jg., S. 8 – 15

Der Artikel widmet sich den narrativen Selbstkonstruktionen in mediatisierten Lebenswelten. Unter Bezug auf die Theorie der Intersubjektivität und dem von Michel Foucault formulierten Ansatz der „Technologien des Selbst“ (1993) wird zunächst allgemein nach dem Warum des Erzählens gefragt, um anschließend die subjektbildenden Momente des Erzählens im Netz zu diskutieren. Digitale Medien erweisen sich als Orte und Instrumente für die Herstellung, Präsentation und Distribution von Narrationen. Sie bieten als solche neue Optionen für die digitalen Erzähler_innen, ja, sie regen neue Erzählformen an. Angesichts des aktuellen gesellschaftlich-kulturellen Wandels wird sich ihre Bedeutung als Erzählbühnen in Zukunft auch daran messen, ob sie die Netzgeneration unterstützen können, den mit dem Wandel einhergehenden Ungereimtheiten und Widersprüchen nicht nur standzuhalten, sondern sie narrativ zu bearbeiten.

Artikel „Transnational leben“

Schachtner, Christina (2020): Transnational leben.(Digitale) Medien als Instrumente, Räume, Produkte bewegter Zugehörigkeiten und Selbstkonzepte, in: Peterlini, Karl/Jasmin Donlic(Hg.), Jahrbuch Migration und Gesellschaft 2019/20, Schwerpunkt ‚Digitale Medien, Bielefeld: transcript,

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4480-7

Transnationale Lebensformen nehmen unter den Bedingungen grenzüberschreitender Beziehungen und globaler Verflechtungszusammenhänge zu. Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie Migrant_innen durch ihre alltäglichen, medial gestützten Praktiken transnationale soziokulturelle Räume schaffen, wie sie ihre transnationalen Erfahrungen in mediale Produkte transformieren und welche Selbstkonzepte ihren bewegten Zugehörigkeiten korrespondieren. Er basiert auf der laufenden Studie „Transnationale Lebensformen. Grenzüberschreitende Lebensstile und Selbstkonzepte im Zeichen medialer Orientierungen und Praktiken“.

 

 

Vortrag

Gegen das Schweigen der Welt. Zur Faszination digitaler Resonanzräume

am 19.2.2020, 10 – 11.30 Uhr im Hotel Franz Essen

im Rahmen des Klausurtags des Pastoraldezernats im Bistum Essen

Ich beginne mit der Frage, was die Generation der gegenwärtig Heranwachsenden bewegt, welche Themen ihnen wichtig sind, wie sie aus ihrer Sicht mit ihren Themen ankommen, kurz, auf welche gesellschaftliche Resonanz sie stoßen. Ausgehend von diesen Ergebnissen diskutiere ich die Rolle digitaler Medien für die junge Generation. Ich gehe auf ihre digitalen Praktiken und ihre Versuche der Selbstinszenierung ein und überlege, was sie im Hinblick auf die Lebenssituation und das Lebensgefühl dieser Generation bedeuten. Von hier aus schlage ich den Bogen zu Religion und Kirche und frage nach deren Möglichkeiten, sich gegenüber der jungen Generation in einer digitalisierten Welt zu positionieren. Mein Anliegen ist es, das digitale Handeln der jungen Generation und auch die Möglichkeiten von Kirche und Religion in einen gesellschaftlich-kulturellen Zusammenhang zu stellen.

 

Vortrag

Narrative Zeitsignaturen. Erzählen im Zeitalter des Internets

25.1.2020, 9 Uhr im Rahmen der Tagung „Das Erzählen der Welt“, 24- 26.1.2020 an der Evangelischen Akademie Tutzing

In diesem Vortrag wird das Was, Wie und Warum des Erzählens im Kontext der Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaften und unter dem Einfluss der neuen digitalen Erzählbühnen thematisiert. Vor diesem Hintergrund wird auch die Frage aufgegriffen, wie Narrationen „gestrickt“ sein müssten, die gegen die narrativen Verschwörungs- und Hetzszenarien im Netz und außerhalb wirksam werden können.

Die vorgetragenen Überlegungen basieren auf empirischen, international angelegten Studien, deren Ergebnisse kultur- und medienwissenschaftlich reflektiert werden.

 

 

Neuer Artikel

Schachtner, Ch. (2019): Die Anderen – Intersubjektivität im Netz psychoanalytisch betrachtet, in: Frick, Eckhard/ Andreas Hamburger/Sabine Maasen (Hg.), Psychoanalyse in technischer Gesellschaft, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 177 – 190

Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die digital gestützten Kommunikationspraktiken und die ihnen zugrunde liegenden und sie begleitenden Motive, Intentionen und Emotionen junger Netzakteure und -akteurinnen. Der Text widmet sich der Frage, inwieweit sich die Sinnbedeutung solcher Praktiken durch ein psychoanalytisches Vokabular erschließt, anders gesagt: Ich frage nach dem Erkenntniswert psychoanalytischer Kategorien für die Untersuchung digital gestützten Kommunizierens und Erlebens.